Meienbergs Tod

Von Lukas Bärfuss
Regie: Samuel Schwarz

"Theater, das Lust auf Theater macht: Voilà, es geht doch!"
(Süddeutsche Zeitung 24.4.01)

Die Literaturkommission


Meienberg und seine Geliebte

Meienberg und die NZZ

Am 20. April 2001 hatte auf der Kleinen Bühne des Theaters Basel Lukas Bärfuss' Groteske "Meienbergs Tod" Premiere. Im Mittelpunkt der Uraufführung stehen die letzten Lebensjahre des Journalisten und Publizisten Niklaus Meienberg, der sich 1993 das Leben nahm.

Natürlich geht es auch um die Rolle Meienbergs als Intellektueller, als jemand, der Debatten provozieren wollte und Extrempositionen einnahm, die Grenzen sprengen wollten, Grenzen eines Landes, Grenzen eines Bewusstseins, Grenzen auch einer politischen Haltung – die Grenzen, an denen er letztendlich scheiterte. Aber ein Hauptinteresse von Samuel Schwarz liegt eben auf der Frage, warum so jemand wie Meienberg heute nicht mehr ist, vielleicht nicht mehr sein kann. Dabei geht es weniger um Meienbergs Selbstmord, sondern mehr darum, dass ein Intellektueller wie Meienberg sich auf einmal als nicht mehr aktuell, nicht mehr zeitgemäss empfindet: als auslaufendes Modell, wie er sich selbst bezeichnete. Die Antwort auf diese Frage lässt sich fast nur mit einem kühlen historisirenden Blick aufspüren: Niklaus Meienberg lebte und schrieb in einem vergangenen Jahrhundert.